Hunterfest St. Stephan 2026
22.08.2026
Jahrzehnte lang prägte das Hunterfest in St. Stephan die Airshow-Szene der Schweiz. Allerdings wurde nach den Groundings der Hunter aus dem einst so legendären Hunterfest ein Fly-In. Doch 2026 wollte es der Hunterverein Obersimmental noch einmal wissen und führte erneut eine grossartige Airshow durch. Ein Fliegerfest voller Nostalgie, einem guten Flugprogramm und viel Wetterglück.
Vom Regen ausgebremst, von der Sonne belohnt
Das Hunterfest hätte ursprünglich an zwei Tagen stattfinden sollen. Doch der Freitag fiel buchstäblich ins Wasser. Nach einem rekordverdächtigen Hitzesommer zog ausgerechnet an diesem Tag eine grosse Regenfront über die Schweiz. Auf den dringend benötigten Regen hatte das ganze Land gewartet, allerdings hätte sein Timing kaum ungünstiger sein können. Deshalb musste am Freitag praktisch das gesamte Programm abgesagt werden. Zudem schafften es aufgrund der Wetterbedingungen verschiedene Teilnehmer nicht nach St. Stephan. Davon betroffen war auch einer der Höhepunkte der Veranstaltung: Die Fouga Magister CM-170. Das Wetter war schlicht zu schlecht, um den Flug durchzuführen.
Am Samstag zeigte sich das Obersimmental hingegen wieder von seiner schönsten Seite und entschädigte die Besucher in vielerlei Hinsicht. Noch vor dem offiziellen Programmstart trafen im Rahmen eines kleinen Fly-Ins zahlreiche Gäste ein. Insbesondere mehrere Flugzeuge der AMPA aus Lausanne fanden den Weg nach St. Stephan. Diese präsentierte später mit der Dewoitine D-26 sowie der Morane Saulnier MS-317 die Patrouille Parasols in der Luft. Für eine besondere Überraschung sorgte die Pilatus PC-9 N31ME. Die Farben und Markings der australischen Luftwaffe bildeten einen wunderbaren Kontrast zum Landschaftsbild des Obersimmentals. Ebenfalls noch vor Programmbeginn landete die T-28B Trojan der Flying Bulls in St. Stephan. Später wurde der 1955 gebaute Warbird von Nicolas «Vincent» Rossier in der Luft präsentiert. Der kraftvolle Sound des 9-Zylinder-Sternmotors zusammen mit den markanten Rauchfahnen der Smokewinders waren sicherlich ein Höhepunkt am Himmel über St. Stephan.
Ein würdiges Fliegerfest voller Höhepunkte
Am Nachmittag hatte der langjährige Hunter Pilot Ueli Leutert die Ehre, das Programm mit einer Roll-Demo des Papyrus Hunters zu eröffnen. Das Juwel des Obersimmentals präsentierte sich dabei einmal mehr von seiner schönsten Seite und profitierte von perfekten Bedingungen. Die Patrouille Suisse feierte am 22. August Geburtstag! Zum 62. Jubeltag hat sich die Patrouille Suisse gleich selbst beschenkt und am Hunterfest eine grossartige Darbietung gezeigt. Der Zufall wollte es, dass auch ihre erste offizielle Vorführung am 22. August 1964 im Berner Oberland stattfand. Damals noch mit vier Hunter-Maschinen. Auch wenn das Ende der Formation naht, hat die Patrouille Suisse nichts von ihrer Faszination eingebüsst. Mit ihrer Präzision, Eleganz und dem unverwechselbaren Sound der F-5 Tiger begeisterte sie die zahlreichen Zuschauer im Obersimmental einmal mehr. Danach gehörte der Luftraum über St. Stephan Daniel «Stampa» Stämpfli. Mit seiner dynamischen und beeindruckend schnellen Vorführung demonstrierte er die Leistungsfähigkeit des PC-21. Ein weiteres Flugzeug der Schweizer Luftwaffe war die Morane Saulnier D-3801 HB-RCF. Leider trägt die Maschine, so muss man aus Schweizer Sicht festhalten, erneut die Bemalung einer Morane MS.406 der französischen Armée de l’Air aus den 1940er-Jahren. Bereits am Vormittag war zudem die AT-16 HB-RDN zu sehen. Dass gerade auch dieses Flugzeug präsentiert wurde, dürfte kein Zufall gewesen sein. Mit dem Projekt U-328 engagiert sich der Hunterverein aktiv bei der Restaurierung der AT-16 U-328 und unterstreicht damit sein Bestreben, weitere Flugzeuge der ehemaligen Luftwaffe flugfähig zu erhalten. Auch die Restaurierung der Do-27 macht kleine Fortschritte. Natürlich wird weiterhin in den Werterhalt des Papyrus investiert, um seine langfristige Erhaltung zu sichern. Ueli Leutert hat schlussendlich mit seinem Bücker Bü 131 B Jungmann das Flugprogramm beendet.
Auch wenn die Hunter längst nicht mehr fliegen, war die Veranstaltung erneut ein voller Erfolg. Die wunderschöne Landschaft und die zahlreichen Oldtimer-Flugzeuge sorgten dieses Jahr wieder für eine ganz besondere Stimmung. Dabei wurde bei vielen Besuchern die eine oder andere nostalgische Erinnerung wach. Ob es im nächsten Jahr wieder ein Hunterfest oder ein Fly-In geben wird, ist derzeit noch offen. Um den Speaker zu zitieren: «Vielleicht fliegt die Patrouille Suisse tatsächlich im Jahr 2027 zum letzten Mal in St. Stephan.» Man darf also gespannt sein, was die Zukunft bringt.



























































