Fliegerschiessen Axalp 2006
09.10.2006 & 10.10.2006
Mit der Ausmusterung der Mirage IIIRS verfügt die Schweizer Luftwaffe über keine Möglichkeiten mehr, ihr Know-how in der Luftaufklärung fortzuführen bzw. auszubauen. Deshalb besteht mit der Französischen Luftwaffe ein Austausch-Programm. So kam es an der Axalp Demo 2006 zur einmaligen Vorführung zweier Mirage F-1 der Armée de l’air aus Frankreich.
Bei den beiden Mirages handelte es sich um zwei Mirage F-1 CR Aufklärer von der Escadron de Reconnaissance 01.033 Belfort. Eine Maschine wurde dabei vom Schweizer Austausch-Piloten Hptm Nicolas Richard von der Fliegerstaffel 17 geflogen. Noch bis im Sommer 2007 weilt er dazu in Reims. Im Gegenzug flog ein Französischer Mirage 2000 Pilot, der derzeit im Rahmen des selben Programmes in Payerne stationiert ist, eine Schweizer F/A-18 Hornet durch den Parcours. Das Austausch-Programm dauert insgesamt drei Jahre. Die Teilnahme der beiden Mirages war zudem eine Schweizer Premiere. Erstmals wurden ausländische Jets auf der Axalp vorgeführt. Zwar hielten sich bereits im Oktober 1994 vier Hawks der Royal Air Force in Meiringen auf und flogen ebenfalls auf der Axalp, doch handelte es sich dabei nicht um eine offizielle Vorführung. Mit diesem Austausch-Programm mit Frankreich kann die Schweizer Luftwaffe zumindest im kleinen Rahmen die Kernkompetenz in der Luftaufklärung sowie im Bereich Air-to-Ground Operations erhalten.
Wie bereits 2005 eröffnete wieder ein Cougar die Axalp Demo mit dem Ausstoss von 128 Flares. Danach ging es Schlag auf Schlag weiter. Die Fliegerstaffel 11 auf den Hornets und die Fliegerstaffel 8 auf den Tigern bewiesen mit dem Einsatz der Bordkanone, dass sie das Schiessen auf Bodenziele beherrschen. Schnell, laut und dynamisch haben sie den Schiessparcours absolviert. Wenn die Piloten dégagieren und hinter den nächsten Felsen verschwinden, wirken bis zu 7,5 G auf die Zelle der Flugzeuge. Die Vandalos der Fliegerstaffel 8 zeigten sich nach der Schiessübung noch einmal über der Axalp in einer schönen Formation aus acht Maschinen. Obwohl die Schweizer Luftwaffe den Erdkampf seit der Ausmusterung des Hunters nicht mehr betreibt, ist das Schiessen mit der Kanone auf Bodenziele immer noch ein wichtiges Training. Ähnlich wie bei der Luftaufklärung können so wenigstens die Grundkenntnisse und die Kompetenzerhaltung des Erdkampfes gesichert werden.
Zu den weiteren Höhepunkten gehörten auch zwei Hornets, die einen Luftkampf 1 vs. 1 simulierten sowie eine Demonstration der Luftpolizei. Zudem wurden erneut eine SAR-Demonstration der Alouette III sowie die Vorführung der Bambi Buckets gezeigt. Die Schweizer Luftwaffe zeigte sich gewohnt souverän. Bevor die Patrouille Suisse den Abschluss in der einmaligen Topographie der Axalp bestritt, gehörte die Range Hptm Michael "Elvis" Reiner, der die F/A-18 Hornet vorführte. Reiner gewann am RIAT in England diesen Sommer die "Paul Bowen Trophy" für das beste Solo Display. Allerdings war die diesjährige Axalp-Vorführung sein letzter Auftritt als Display-Pilot. Nach drei Jahren ist für ihn nun Schluss.
9'000 Zuschauerinnen und Zuschauer genossen eine super Show bei angenehmen Herbst-Wetter. Das Fliegerschiessen auf der Axalp ist einer der eindrucksvollsten Events der Militärfliegerei und markiert jedes Jahr aufs Neue den fulminanten Schlusspunkt der Airshow-Saison. Da nimmt man auch die mehr oder weniger anstrengende Wanderung zu den Zuschauerzonen gerne auf sich. Die Axalp muss man sich verdienen und erlebt haben.





























































